Ergonomie in der Küche

Für eine optimierte, rückenfreundliche Küchenplanung

Zeit für eine neue Küche? Dann sollte die Planungsphase dabei nicht zu kurz kommen. Neben Design, Farbe und Material sollte vor allen Dingen die Funktionalität der Küche im Fokus stehen. Das Zauberwort heißt hier: ergonomische Küchen. Denn mit einer ergonomisch gestalteten Küche sorgen Sie für beste Arbeitsbedingungen in Ihrer Küche und gestalten sie so noch attraktiver. Welche Faktoren dabei besonders wichtig sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst – natürlich auch als kurze Checkliste zum Herunterladen und Ausdrucken.

Küchenzonen

„Es ist doch immer das Gleiche“ – auch in der Küche. Wir holen uns Lebensmittel aus dem Kühl- oder Vorratsschrank. Gegebenenfalls waschen wir diese und bereiten diese anschließend zu kochen, braten oder backen. Und dann das ganze Prozedere rückwärts: Essen, Geschirr reinigen, Reste wieder zurück in den Kühlschrank oder Vorratsschrank. Da die Arbeitsschritte in der Küche immer ähnlich ablaufen, sollten Sie bei der Planung unbedingt die fünf Küchenzonen berücksichtigen: Bevorraten, Aufbewahren, Vor- & Zubereiten, Kochen & Backen sowie Spülen & Entsorgen. Je nach Form Ihrer Küche sollten die Zonen in einer sinnvollen Reihenfolge möglichst nebeneinander oder gegen- über angeordnet werden. Das heißt zum Beispiel, dass Ihre Vorbereitungszone nicht unnötig weit vom Kochfeld entfernt sein sollte. Denn durch den richtigen Aufbau profitieren Sie von kürzeren Wegen und einem flüssigen Arbeitsablauf. ProTipp für Küchen mit viel Platz: Optimaler Weise sollte zwischen den Zonen auch jeweils eine Abstell- oder Arbeitsfläche von etwa 60 – 90 cm eingeplant werden, wenn die Räumlichkeiten es zu lassen.

Küchenzonen:

Bevorraten, Aufbewahren, Vor- & Zubereiten, Kochen & Backen, Spülen & Entsorgen

  • Haben Sie alle fünf Zonen berücksichtigt?
  • Sind aufeinander folgende Arbeitszonen sinnvoll angeordnet (zusammenpassende Funktionsbereiche nebeneinander oder gegenüber angeordnet)?
  • Sind die Wege zwischen den Zonen möglichst kurz?
  • Falls möglich: Ist genügend Abstell- und Arbeits äche zwischen den Zonen eingeplant (ca. 60 – 90 cm)?

Arbeitshöhe

„Ich hab Rücken“, aber nicht mehr vom Kochen – dem Ellbogen sei Dank. Planen Sie die Arbeitsflächenhöhe gemäß Ihrer Körpergröße mit folgender Regel: Stellen Sie sich aufrecht hin, winkeln Sie die Arme an, Hände nach vorne. Messen Sie die Dis- tanz vom Fußboden bis zum Ellbogen. Ziehen Sie davon 15 cm ab und Sie haben die perfekte Höhe Ihrer Arbeitsfläche. Wenn die Küche von mehreren Personen genutzt wird, kann diese ideale Arbeitshöhe 5 cm nach unten oder 10 cm nach oben variieren. Alternativ können Sie auch höhenverstellbare Bereiche mit einplanen.Das Kochfeld hingegen sollte etwas tiefer liegen als die Arbeitsfläche. Hier können Sie 10 bis 15 Zentimeter von der Höhe abziehen, damit Sie beim Rühren in Töpfen den Arm nicht unnötig hoch halten müssen. ProTipp: Im besten Fall liegt das Spülbecken höher, da Sie hier tief in das Becken greifen müssen, etwa 10 Zentimeter über der Arbeitsfläche oder 5cm unter dem Ellbogen. Auch die Spülmaschine können Sie, erhöht anbringen. Das schont den Rücken beim Ein- und Ausräumen.

Arbeitshöhen in der Küche:

Für Arbeitsflächen, Kochflächen und Spülbereiche

  1. Arbeitsflächen: Entspricht die Höhe der Arbeitsfläche der Distanz zwischen Fußboden und Ellbogen minus 15cm (Ellbogenregel)?
  2. Kochfeld: Ist das Kochfeld ca. 10 - 15 cm tiefer angebracht als die Arbeitsfläche?
  3. Spülbecken: Ist das Spülbecken ca. 10 cm höher angebracht als die Arbeitsfläche?
  4. Zusatz Einbaugeräte: Für eine rückenschonende Arbeitsweise können Einbaugeräte wie Geschirrspüler, Backofen, Dampfgarer, etc. auch erhöht eingebaut werden.

Stauräume und Ordnungssysteme

Stauräume und Ordnungssysteme „Ordnung ist das halbe Leben“ – oder die halbe Arbeit. Generell sollten Sie das Geschirr und die Lebensmittel nach der Häu gkeit ihrer Verwendung verstauen und den einzelnen Küchenzonen zuordnen. Schubladeninnenorganisations-, Abfalltrenn- und Relingsysteme helfen Ihnen die Stauräume zu organisieren.

Stauräume und Ordnungssysteme:

Sinnvoll Aufbewahren und Bevorraten in der Küche

  • Sind Kochgeschirr, Zutaten und andere Utensilien in der Nähe der betreffenden Küchenzone verstaut?
  • Sind häu g genutzte Utensilien leicht erreichbar, d.h. griffbereit vorne in Schrank/Schublade platziert?

Unter- und Oberschränke

„Schatz, ich komm da nicht ran“ – in Zukunft muss Ihnen Ihr Schatz nicht mehr helfen. Denn mit Hilfe der vollausziehbaren Unterschränke und speziellen Schranköffnungssystemen kommen Sie überall problemlos ran. Beulen am Kopf durch offene Schranktüren sind dank Schwebeklappen-, Faltklappen- oder Liftklappenschränke nun Geschichte. Sie erreichen damit maximale Übersicht und maximalen Bedienkomfort in der Küche. Push to open Systeme mit elektromechanischer Öffnungsunterstützung und Anschlagdämpfung setzen noch einen drauf und sind auch nachträglich einbaubar.

Unter- und Oberschränke:

Bedienkomfort durch Öffnungssysteme in Ihrer neuen Küche

  • Sind alle Schränke leicht zu öffnen und zu schließen (z.B. durch Öffnungsunterstützung und Anschlagdämpfung)?
  • Rückenfreundliche Unterschränke: Verwenden Sie Unterschränke mit Vollauszügen (kein „Hineinkriechen“ in den Schrank)?
  • Rückenfreundliche Oberschränke: Ist der Zugriff in den Schrank un- eingeschränkt (z.B. durch Faltklappen statt normalen Türen)?

Ausleuchtung des Arbeitsbereiches

„Aua, schon wieder geschnitten“ – das passiert nicht mehr mit der richtigen Beleuchtung in Ihrer Küche. Dimmbare und langlebige LED Leuchten eignen sich besonders für die Beleuchtung von Unterböden in Oberschränken oder Regalen. Dadurch beleuchten Sie den Arbeitsbereich ausreichend und schaffen zugleich eine angenehme Atmosphäre zum Essen. Dabei gilt: 500 Lux sind das Minimum für die verwendeten Leuchtmittel. ProTipp: Energiesparlampen sind schön und gut, sollten ggf. aber eine Schnellstartfunktion haben, damit Sie nicht lange auf die richtige Beleuchtung warten müssen. Moderne LEDs sind besser geeignet und sparen oft noch mehr Energie.

Ausleuchtung Arbeitsbereich: Beleuchtungskonzept für Ihre neue Küche

  • Sind schattige Bereiche gut ausgeleuchtet (z.B. durch Unter- bauleuchten unter Schränken)?
  • Haben ihre Leuchtmittel mindestens 500 Lux?
  • Falls gewünscht: Sind die Leuchten dimmbar?

Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

  1. Küchenzonen verkürzen den Arbeitsweg und optimieren den Arbeitsablauf.
  2. Die optimale Höhe der Arbeits äche und der Einbaugeräte verbessert die Körperhaltung und schont Ihren Rücken.
  3. Stauräume und Ordnungssysteme organisieren den Inhalt übersichtlicher und erleichtern das Kochen.
  4. Rückenfreundliche Unter- und Oberschrank-Systeme ersparen unnötiges Bücken und Verrenken.
  5. Ausleuchtung des Arbeitsbereiches beugt Verletzungen vor und schafft angenehme Atmosphäre.

Unsere Checkliste mit allen wichtigen Punkten zur ergonomischen Küchenplanung können Sie hier als PDF zum Ausdrucken herunterladen.